5 Fragen an… J. J. Preyer

Nicole Glücklich

J. J. PREYER, geboren 1948 in Steyr, Österreich.

Ab dem 14. Lebensjahr literarische Veröffentlichungen.
Studium Germanistik, Anglistik in Wien.

Lehrtätigkeit in der Jugend- und Erwachsenenbildung.

1996 gründete J. J. Preyer den Oerindur Verlag, einen Verlag für lesbare Literatur und Krimis, in dem er vor allem Krimis von C. H. Guenter veröffentlicht. Er verfasst selbst Kriminalromane. Preyer schreibt seit Jahresbeginn 2010 für die Romanserie JERRY COTTON im Bastei Verlag. (Bisher vier Romane.) Von ihm stammen die Holmes-Romane „Holmes und die Freimaurer“ und „Sherlock Holmes und die Shakespeare-Verschwörung“. Sein neuester Holmes-Roman erscheint im September im Blitz-Verlag: „Sherlock Holmes und der Fluch der Titanic“, in dem Holmes noch einmal auf Irene Adler trifft.

1.)   Erinnern Sie sich noch, wann Sie Sherlock Holmes zum ersten Mal gelesen haben? Welches Abenteuer war dies und was hat Ihnen damals besonders gut gefallen?

Begonnen hat mein Interesse an Sherlock Holmes in sehr jungen Jahren. Mein Vater erzählte mir ab einem Alter von vier, fünf Jahren sowohl klassische Sherlock-Holmes-Geschichten als auch Erzählungen aus sogenannten Raubdrucken anderer Autoren, die er in seiner Jugend in Heftform gelesen hatte. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir der Hund von Baskerville, den mein Vater und ich in unserer Vorstellung in eine Sumpflandschaft unserer Gegend versetzten.

Das erste Abenteuer, das ich mit etwa zehn Jahren las, war das „Leere Haus“. Ich fand das Buch im Gemeinschaftskeller unseres Miethauses und begann darin zu lesen. Da es nicht mir gehörte, stellte ich es immer wieder zurück. Eines Tages war es verschwunden, und ich wusste nicht, wie die Geschichte ausging. Bis mir mein Vater die damals im Blüchert Verlag erschienen Holmes-Romane der Reihe nach kaufte. Ihr schwarzes Cover zierte eine farbige Pfeife. Einige der Bände stehen heute noch in meinem Bücherschrank.

2.)   Lesen Sie heute noch Sherlock Holmes Abenteuer?

Ja, ich lese auch heute noch Bücher von Conan Doyle, muss aber gestehen, dass sich der Zauber von damals nicht mehr einstellt. Der Atmosphäre, wie ich sie in Erinnerung habe, entsprechen stärker die Poirot-Romane der Agatha Christie, die ja nichts anderes als eine modernere Abwandlung desselben Themas darstellen, aber wesentlich raffinierter geschrieben sind.

3.)   Was verbinden Sie mit Sherlock Holmes und Dr. John H. Watson?

Mit Holmes und Watson verbindet mich, was viele Leser an den Helden ihrer Romane lieben, die Identifikation mit den Figuren während des Leseabenteuers. Holmes und Watson stellen zwei mögliche Varianten desselben Detektivs dar. Jeder für sich wäre unvollkommen. Holmes zu arrogant, Watson zu tölpelhaft. Gemeinsam stellen sie ideale Identifikationsobjekte dar.

4.)   1887 erschien das erste Sherlock Holmes Abenteuer. Was denken Sie: Warum ist der berühmte Meisterdetektiv heute noch so populär?

Die Holmes-Erzählungen und –Romanen enthalten alle Ingredienzien, die gute Unterhaltungsliteratur benötigt, bis herauf zu den Hollywoodfilmen: interessante Helden, den genialen Gegenspieler, die geheimnisvolle Frau, stimmungsvolle Handlungsorte.

5.)   Basil Rathbone, Jeremy Brett – aber auch Peter Cushing, Roger Moore, Hans Albers, Ian Richardson, Robert Downey Jr. und viele andere mehr. Welcher Schauspieler oder welche Verfilmung gefällt Ihnen besonders?

Kein Schauspieler, keiner der Filme, entspricht ideal meiner Vorstellung. Recht gut gefallen hat mir Rupert Everett als Holmes. Nicht der Film, sondern der Schauspieler. Er bringt die nötige Sensibilität für diese vielschichtige Figur rüber.

Und eine Erinnerung habe ich, die ich nicht missen will: „Der verkehrte Sherlock Holmes“ (auf Englisch „They Might Be Giants“) über die Tiefen und Untiefen der Holmes-Verehrung, mit George C. Scott. Ein wunderbarer Film.

One Comment

  1. Nina
    September 29, 2010 at 8:33 pm

    Interessantes Interview!

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